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"Ich, Süßman, der Jude von Tulln"
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Die ersten Quellen, die auf eine jüdische Ansiedlung im mittelalterlichen Tulln schließen lassen, stammen aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im frühen 14. Jahrhundert treten dann die ersten Tullner Jüdinnen und Juden namentlich in den Quellen auf, wobei von Anfang an die enge Verbindung der Tullner Judenschaft zum Wiener Raum deutlich wird: Das jüdische Ehepaar Jöslein und Hendlein kaufte 1315 einen Weingarten in Grinzing, 1329 treten der Tullner Jude Süßman und seine Frau Rainel als Mitbesitzer eines Hauses in der Wipplingerstraße auf. Bis zur Vertreibung der österreichischen Judenschaft 1420/21 war die Zeit vom weitgehend friedlichen Zusammenleben mit der christlichen Mehrheitsbevölkerung geprägt, sie war jedoch auch nicht frei von Ausbrüchen antijüdischer Gewalt: In hebräischen Quellen erscheint Tulln im Jahr 1338 als eine der "Blutstädte", in denen es nach einer behaupteten Hostienschändung in Pulkau zu blutigen Verfolgungen kam.