VERANSTALTUNGEN

Einladung zur Fußwallfahrt
Start beim Ponyhof am Forsthof 
20.10.2018 - 08:30 Uhr
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Materlwanderung mit anschließender Agape
Tottendorf: Treffpunkt Materl Dorfanfang; Agape: Mollendorf
Frau Brigitte Spindelberger
20.10.2018 - 14:00 Uhr
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Kapellenwanderung
Treffpunkt: Gassner-Kapelle in Edelbach
Herrn OStR Mag. Fritz Wurzer
20.10.2018 - 14:00 Uhr
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Nichts bleibt wie es ist - das war die Jahrestagung 2018

Bild: v. l. n. r.: Dr. Rainald Tippow, Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, Dipl.-Ing. Markus Schmidinger, Dipl.Soz. Kenan Güngör, Mag.a Angela Lahmer-Hackl, Dr. Georg Plank, Mag. Johann Wimmer, Gerald Danner; Fotocredits: Karl Lahmer

22 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund, in Wien liegt der Anteil bei 42 Prozent; in Niederösterreich bei 14 %. Dem spürbar gesellschaftlichen Unbehagen, das durch diese Veränderungen ausgelöst wird, ging der Soziologe Kenan Güngör in seinem Beitrag bei der jährlichen kbw-Jahrestagung am Samstag, 6. April 2018 nach; Pastoraltheologe Georg Plank ergänzte das Thema mit Blick auf die pfarrlichen Bildungswerke. Fragen, Ängste und Chancen der TeilnehmerInnen wurden diskutiert und in einem Pro-Action-Café methodisch spannend auf das eigene Leben und das in der Pfarre heruntergebrochen.

Der inhaltliche Schwerpunkt | Gesellschaftliches Unbehagen

Das Gefühl des Unbehagens wird nicht proportional zum Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund wahrgenommen. Es entsteht dadurch, dass Wissen über Medien vermittelt wird, und - wenn keine Begegnung zwischen Menschen stattfindet - es keine Möglichkeit zur Veränderung des eingeprägten Bildes gibt. Medien ihrerseits transportieren aber „Ereignisse“, eine unverhältnismäßige Wahrnehmung entsteht. Hinter dem Gefühl des Unbehagens stehen persönliche Bewertungen und eine Reihe Ängste. So kommt eine Mischung zustande, die sich aus bestärkenden Bildern und Gefühlen wie überwältigt sein, Kontrollverlust, Verfremdungs- oder Abstiegsängsten zusammensetzt.

Güngör hat in diesem Zusammenhang auch die Rolle von Gast und GastgeberInnen beleuchtet. Wer zuerst hier war, hat das Vorrecht – der Gast soll demütig und dankbar sein; weicht das erwartete Verhalten ab, kommt es zu Verstimmungen.

Georg Plank formulierte in seinem Beitrag mögliche Ziele, damit die Teilnehmenden das Gehörte auf das tägliche Leben umsetzen und anwenden können bzw. die Veränderungen mitgestalten können:

  • Ideen entwickeln, wie wir nicht Spielball gesellschaftlicher Veränderungen sin, sondern Mitgestalter
  • Chancen ergreifen, die sich aufgrund aktueller Entwicklungen auftun
  • Mut machen, Kirche anders zu denken
  • Veränderungen verstehen und für Pfarren umsetzen
  • Pfarrliche Bildungswerke sollen als Katalysator wirken und Kirche als Ort entwickeln, der Räume öffnet.Der Referent appellierte, die Früchte zu sehen, die vorhanden sind: „… vielleicht braucht es einen fachmännischen Schnitt der Reben, damit sie noch üppiger werden“. Es braucht Mut, um vorhandene Wege zu verlassen, Entscheidungen zu treffen – und sich von alten Sehnsüchten zu befreien. „Weil sie hörten, was er tat“ - Plank zitierte aus der Bibel und ermutigte, neu sehen zu lernen und Taten zu setzen.
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In der folgenden Diskussion mit beiden Referenten und dem Publikum regte Kenan Güngör zum weiteren Nachdenken an: „Begegnungen sind nicht automatisch positiv – Begegnungen haben Potenzial“ und er hinterfragte auch die Aussage „Denk positiv!“, das er als „Wunschdenken“ bzw. „Verzerrtheit“ bezeichnete, vielmehr wünsche er sich „einen konstruktiven Diskurs, wie wir gemeinsam sein können“. Der Vormittag war geballt mit Aussagen von ihm, mit denen er berührte – er schloss seinen Beitrag mit: „Richten wir einen Blick zuerst auf das, was funktioniert, das relativiert unsere Probleme“ und „auf Dauer wird uns auch nicht die Herkunft verbinden, sondern Interessen und Leidenschaften. Wichtig ist, Brücken zu bauen“.